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Kerzen und Sterne ...

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... oder über den Sinn und Unsinn von Weihnachtsdekorationen

Wenn ihr meine ehrliche Meinung hören wollt:
Ich kann den vorweihnachtlichen Kitsch, je älter ich werde, umso weniger ertragen. Da hopsen seit Oktober goldene Rentiere, Chimären von Weihnachtsviechern und geklonte Weihnachtsmänner durch die Schaufenster.
Leute, ehrlich, nicht alles, was Flügel hat, einen weißen Rauschebart trägt oder golden glänzt, gehört automatisch zur Vorweihnachtszeit!
Das ist billiger Tand oder Kommerz und hat keinen symbolischen Wert.
Falls aber doch, dann erklärt es mir.

Hier ein paar Musterbeispiele.


Aus diesem Grund haben wir heuer unsere vorweihnachtliche Deko betont schlicht gehalten.

 

Wer jetzt in der Adventszeit unser Schulhaus betritt, wird die tragenden Säulen unserer Aula eingehüllt in roten Samt vorfinden. Sie haben sich in das Gewand einer Adventskerze verkleiden lassen.
In der zweiten Adventswoche gesellten sich auch Sterne dazu, die wie weiße,  große Schneeflocken aussehen und von der TF 11A gebastelt wurden.
Kerzen und Sterne sind Ursymbole in der Weihnachtszeit.
Die vier Kerzen markieren die einzelnen Lebensphasen, die der Mensch durchmacht.
Sie stellen auch die vier Himmelrichtungen dar und die vier Urelemente, Feuer, Wasser, Erde,
Luft.

Jede brennende Kerze erzählt auch viel von uns selbst.
Wir leben und während wir leben verbrennen wir durch unseren Stoffwechsel unsere Lebensenergie.
Wir wissen nicht, wie viel Energie uns zu Verfügung steht, wir wissen nicht wie lange unsere Lebenszeit währt. Wir zählen Jahre und Tage bis hin zu einem wichtigen Ereignis.

Wir wissen nicht, ob unser „Lebenswachs“ die Menge einer 10 kg Kerze hat, oder ob wir nur als ein kurz aufflackerndes Teelichtlein diese Welt betreten dürfen.

Sehr häufig werden die vier Adventskerzen auch mit  dem Glauben, der Hoffnung, der Liebe und dem Frieden in Verbindung gebracht. Diese vier Werte sind für unsere geschundene Welt unverzichtbar. Wenn wir unser Leben sinnvoll leben wollen, müssen wir sie hüten wie einen wertvollen Schatz und sie durch unser eigenes Beispiel in die Welt hinaustragen.
Wenn andere diese Werte mit Füßen treten, müssen wir widerstandsfähig sein, unsere Stimme erheben und auf gar keinen Fall schweigen. WIR  müssen für diese Werte brennen.


Ab und zu treffen wir in unserem Leben auch auf Sterne, die für uns leuchten, wenn unsere Leben gerade auf der Schattenseite der Sonne steht: Sterne sieht man nur in der Nacht, am Tag sind sie unsichtbar, aber dennoch da.


Sterne sind  jene Menschen, die uns helfen, die uns zum Lachen bringen, die uns in den Arm nehmen, wenn wir nicht mehr weiter wissen, die wissen, was wir jetzt brauchen.

Ich wünsche Ihnen allen eine gute Weihnachtszeit und dass Sie an das Wunder der Heiligen Nacht
GLAUBEN können, dass Sie FRIEDLICH miteinander das Fest begehen können, dass Sie ganz viel mit-
menschliche LIEBE erfahren dürfen und mit HOFFNUNG in das neue Jahr 2020 gehen können.

(Ach ja, und falls so ein kitschiges Glückschwein (s.o.)  bei Ihnen vorbeifliegen sollte, dann halten Sie es fest.

Ihre Gisela Schindler-Beierweck